Vinyl in der Kritik
25/09/2009: Bereits seit Monaten wird in diversen Foren, teilweise sehr konträr, über mögliche gesundheitliche Gefahren im Zusammenhang mit dem Erhitzen von Vinylteilen diskutiert. Beim Einsatz und der Verwendung von Künstlerfarben der Firma GENESIS, ist dies zur Trocknung der aufgebrachten Farben notwendig.
Ausgelöst wurde die Diskussion durch eine am 04.02.2009 in einem englischen Forum veröffentlichte Meldung, derzufolge die Leber einer Rebornkünstlerin durch die Einwirkung giftiger Dämpfe geschädigt worden sein soll. Entsprechende medizinische Blutuntersuchungen über mehrere Monate durch die behandelnden Ärtzte hätten zu der Erkenntnis geführt, dass die Blutwerte der Patientin dann eine höhere toxische Belastung aufgewiesen haben, wenn sie ihrem Reborn-Hobby nachgegangen sei. Darüber hinaus sei eine nahezu Verdreifachung der toxischen Belastung festgestellt worden, wenn die Patientin mit Ashton Drake Puppen gearbeitet hätte. Wegen der Verwendung von GENESIS-Farben habe die Patientin das jeweils eingesetzte Vinyl in ihrem heimischen Backofen entsprechend erhitzt, ohne Schutzmaßnahmen ergriffen zu haben.
An dieser Stelle sei audrücklich darauf hingewiesen, dass grundsätzlich die Hersteller (ersatzweise die Importeure) von Vinyl-Kits oder Farben verantwortlich dafür sind, entsprechende Verarbeitungs- oder Gefahrenhinweise, Einsatzbeschränkungen oder auch Unbedenklichkeitserklärungen für die von ihnen hergestellten, importierten und/oder vertriebenen Produkte abzugeben. Rebornkünstler wiederum tragen die Verantwortung dafür, dass sie die erworbenen Produkte nicht entgegen der ausdrücklichen Anweisungen und Hinweise einsetzen. Dies setzt allerdings voraus, dass es solche gibt! Der guten Ordnung halber weißen wir darauf hin, dass bei jeglicher Art individueller und nicht professionell überwachter Experimente, Gefahren auftreten können, welche von einem Laien nur schwer beurteilt werden können.
Der vorstehend beschriebene Vorfall führt bereits seit Februar dieses Jahres zu zahllosen öffentlichen Stellungnahmen und Aussagen von Händlern, Herstellern aber auch Künstlern, deren Wahrheitsgehalt ohne die Vorlage unabhängiger Atteste oder Gutachten durch unseren Verband nicht geprüft werden konnte. Daher trat ASINTRA bereits im Mai dieses Jahres an den Hersteller der GENESIS-Farben, die Firma AMACO (USA), mit der Bitte um Aufklärung heran. Auf Anforderung erhielt der Verband das entsprechende "Material Safety Data Sheet" für GENEIS-Farben, demzufolge die vorgenannten Farben keine toxischen Bestandteile enthalten oder bei bestimmungsgemäßer Verwendung freisetzen.
Daher liegt der Verdacht nahe, dass potenzielle Schadstoffemissionen, auf die jeweilige Zusammensetzung des zur Vinyl-Produktion genutzten Weich-PVC´s zurückzuführen ist. Von den Herstellern, Importeuren und/oder Verkäufern von Vinyl-Kits liegen uns bis heute keine entsprechenden Unbedenklichkeitserklärungen vor. Ebenso wenig wurden bis heute schriftliche Gefahren- oder Nichtverwendungshinweise abgegeben.
Dabei erachtet ASINTRA es als nicht ausreichend, lediglich in Foren oder Internet-Shops darauf hinzuweisen, dass die jeweiligen Produkte frei von "Phthalaten" seien. Denn wie sicherlich auch den Produzenten und Händlern bekannt sein dürfte, werden für die Herstellung von Weich-PVC üblicherweise noch weitere, duchaus gesundheitsgefährdente Additive eingesetzt. Ferner stehen mittlerweile auch andere Weichmacherersatzstoffe in dem Verdacht, gesundheitsbedenklich zu sein. Etwaige und behauptete Wechselwirkungen zwischen den als nichttoxisch deklarierten GENESIS-Farben und den bisher undeklarierten Vinylpuppen entbehren derzeit jeglicher prüf- und belastbaren Grundlage. ASINTRA fordert von den Produzenten und/oder Importeuren von Doll-Kits für den Rebornbereich, kurzfristig eindeutige Angaben über die generelle gesundheitliche Undenklichkeit ihrer Produkte sowie über deren Verwendbarkeitsbeschränkungen zu machen!
Unabhängig davon hat der Verband bereits im July dieses Jahres erste Gespäche mit einem renomierten PVC-Forschungs- und Prüflabor geführt. Derzeit wird über entsprechende Prüfszenarien für Vinyl-Kits (mit und ohne GENESIS-Farbe) sowie die zu erwartenden Kosten verhandelt. Auch hat ASINTRA bereits mit einigen Kit-Herstellern Gespäche geführt, welche ihre Bereitschaft zur Teilnahme an den vorgesehenen Tests zugesagt haben.
Rein vorsorglich empfiehlt der Verband, das Erhitzen von Vinyl nicht im heimischen Backofen vorzunehmen und zum präventiven Eigenschutz stets ausreichend Frischluft zuzuführen.









